Beim Turkish Open World Cup 2026 in Antalya (Türkei) trafen sich vom 13. bis 17. Mai über 3’000 Athletinnen und Athleten aus 43 Nationen, um sich auf höchstem internationalem Niveau zu messen. Mit Nil Beyza Gökhan und Patrick Pircher standen auch zwei Kämpfer von Chikudo Martial Arts für Liechtenstein im Einsatz – und sorgten mit Gold und Bronze für starke Resultate.
Erster Weltcup-Titel für Gökhan
Nil Beyza Gökhan trat in der Kategorie bis 55 Kilogramm in den Disziplinen Kick Light und Light Contact an. Bereits im Auftaktkampf zeigte sie eine starke Leistung und setzte sich mit einem klaren 3:0-Sieg gegen eine Gegnerin aus der Türkei durch.
Im Halbfinale wartete mit der Türkin Duygu Turan die Welt- und Europameisterin. Die Favoritin startete druckvoll und brachte Gökhan zunächst in Bedrängnis. Mit zunehmender Kampfdauer fand die Liechtensteinerin jedoch besser in den Kampf, übernahm die Initiative und punktete mit schnellen und präzisen Angriffen. Trotz eines harten Kopftreffers der Türkin gegen Ende der letzten Runde liess sich Gökhan den Finaleinzug nicht mehr nehmen.
Dort kam es zum Duell mit der Griechin Androniki Barmpouti, gegen die Gökhan beim Weltcup in Italien zu Jahresbeginn noch verloren hatte. Dieses Mal präsentierte sich die Athletin von Chikudo Martial Arts taktisch hervorragend eingestellt. Dank guter Beinarbeit und starker Kampfkontrolle liefen viele Angriffe der Griechin ins Leere, während Gökhan mit schnellen Handtechniken wichtige Punkte sammelte. Mit einer konzentrierten Leistung brachte sie den Vorsprung über die Zeit und feierte damit den ersten Weltcup-Sieg ihrer Karriere.
In der zweiten Disziplin, Light Contact, schied sie nach einem äusserst engen Kampf gegen die deutsche Nationalkämpferin Melanie Schmidl aus. Die Entscheidung fiel mit lediglich zwei Punkten Differenz knapp zugunsten der Deutschen aus.
Bronze für Patrick Pircher
Bei den Herren bis 74 Kilogramm wartete auf Patrick Pircher ein stark besetztes Teilnehmerfeld. Im Kick Light startete er gegen einen offensiv kämpfenden Gegner aus der Türkei und benötigte zunächst etwas Zeit, um in den Kampf zu finden. Nach knapp einer Minute setzte Pircher jedoch einen präzisen Roundhousekick zum Kinn seines Gegners und gewann den Kampf vorzeitig, da der Gegner nicht mehr weiterkämpfen konnte.
Auch im Viertelfinale überzeugte der Liechtensteiner mit Ruhe und Übersicht. Mit gezielten Handtechniken zum Kopf sowie wirkungsvollen Lowkicks kontrollierte er den Kampf und zog verdient ins Halbfinale ein.
Dort traf er auf den türkischen Vize-Weltmeister Mucahit Milli. In einem intensiven und temporeichen Kampf lieferten sich beide Athleten mehrere harte Schlagabtausche. Schlussendlich setzte der Türke die klareren Treffer und entschied das Duell für sich. Da Milli später auch die gesamte Kategorie gewann, durfte sich Pircher nach einer starken Turnierleistung über die Bronzemedaille freuen.
Im Light Contact fehlte anschliessend etwas die Energie, wodurch er sich erneut Mucahit Milli bereits in der ersten Runde geschlagen geben musste.
Zufriedener Nationaltrainer
Coach und Nationaltrainer Michael Lampert zeigte sich mit den Leistungen seiner Athleten sehr zufrieden. Die intensive Vorbereitung habe sich ausbezahlt, was sich in den starken Auftritten und den gewonnenen Medaillen widerspiegelte. Besonders der Weltcup-Titel von Nil Beyza Gökhan sei ein bedeutender Erfolg für das Team, nachdem Chikudo Martial Arts zuletzt drei Jahre auf einen Weltcup-Sieg warten musste.


